„Warum
läufst du so langsam?“ Wurde ich letztens gefragt. Was mich zum Nachdenken
brachte. Und zur Folgerung: Warum nicht? Warum nicht mal genießen, die Menschen
an dir vorbeiziehen lassen, der Musik im Ohr und dem eigenen Herzschlag
lauschen? Nach oben sehen und die hässlichen Plattenbauten romantisch finden,
wie sie im Nebel verschwinden?
„Liebe
deinen Nächsten wie dich selbst“ stand schon in der Bibel – doch was Menschen
bei dieser Phrase oftmals vergessen, ist das „selbst“! Wenn du mit dir nicht im
Einklang bist und dich nicht liebst... wer sonst soll es also tun? „Ich denke,
also bin ich“, heißt es außerdem. Das Sein in permanenter, performativer
Selbstreflexion, ist ständige Nach- und Neujustierung. Denke also, aber sei
dabei vor allem – du selbst. Man beachte dabei die semantische Zusammensetzung des Wortes Selbstbewusstsein: sei dich deiner selbst stets bewusst. Am ehesten noch dann, wenn du an einen Punkt
kommst, an dem deine Authentizität in Frage gestellt wird.
Wir
alle kennen das Märchen der kleinen Meerjungfrau, die unbedingt Mensch sein
wollte und für ihre Beine durch Höllenqualen ging. Sie scheiterte. Was lernen
wir also daraus? Sicher nicht dass es sinnlos wäre, romantischen Idealen hinterher zu jagen. Aber suche unter deinesgleichen. Lasse Menschen vorbeiziehen,
die dich aufhalten wollen. Laufe langsamer. Trete einen Schritt zurück, denke,
also sei!
Und
wenn du Gefahr läufst, auf die Fresse zu fallen, dann LASS dich auch fallen.
Nehme mit was du kannst, steh wieder auf
mit angebissenen Ohren, schnüre die harten Bandagen fester, stürze dich
wieder in den Kampf. Aus Schmerz erwächst: Erfahrung. Und Narben sind verdammt
sexy.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen