Fire on Ice


Nur zu gern und zu schnell neigen wir dazu, Menschen Eigenschaften zuzuschreiben. Sie uns zurechtzubiegen, wie es halt gerade passt. Über nonverbale Konversation erhaschen wir einen Blick, yeah, er steht auf mich. Eine Bewegung, eine Hand zu lang gehalten, das Ding scheint so gut wie sicher. Immer von einem selbst ausgehend läuft die implizierte Projektion jederzeit mit. Als hätte man selbst mit seinen Gedanken nicht genug zu tun, denkt man auch noch für zig andere Menschen mit. Leerstellen in Gesprächen werden in Rückversicherung mit Anderen gefüllt, Impression, Diskussion, Interpretation, Penetration. Über YouTube-Links versuchen wir, besagte Lücken bestärkend zu füllen, kehren unser Innerstes nach Außen, aber eben nur vermeintlich. Währt man sich doch immer auf der sicheren Seite, bleibt vage, wird selbst Teil des Diskurses, der Interpretation.

Erhebt sich in nicht mehr fassbare Sphären, denkt, und meint dabei, und meint was der Andere vielleicht meint, schaukelt sich höher, findet keinen Absprung mehr, springt trotzdem. Zwischenmenschliche Beziehungen auf Metaebenen, ein Rausch von Isotopiefeldern. Und was wollten wir eigentlich nochmal sagen?

Haben wir vergessen. War es ein simples „I like you (very much)“, oder sind wir schon wieder so weit davon entfernt, dass uns das Simple entrückt? In freiem Fall, und nein, jetzt sind wir schon gesprungen, jetzt ist es zu spät, versuchen wir uns nochmal auf das Elementare zu besinnen. Und wenn alle implizierten Zuschreibungen nicht mehr reichen, müssen eben Horoskope herhalten. Oder auch Glücksnüsse. Denn das tolle daran ist: man wird immer etwas lesen, worin man sich wiederfindet.

Warum also nicht die Spielerei mit den Elementen mal mitmachen? Feuer, Wasser, Erde, Luft. Sind wir doch alle Teil dessen. Also einfach mal mit dem identifizieren, das einem zusagt. Muss man nicht mal groß googeln dazu, man kann sich auch selbst was zusammenreimen, funktioniert wunderbar. Feuer impulsiv, Wasser emotional, Erde besonnen, Luft dünn. Oder irgendwie so. Versuchen uns dabei aber dennoch immer an unstete Zu- und Einschreibungen zu klammern. Doch so sehr wir auch all unser Wissen, intra-, extradiegetisch, on, off, all unsere Menschenkenntnis zusammennehmen, bleibt die Leerstelle dennoch markiert. Die Interpretation eine subjektive. Stille Wässer tief.

Oder gefrieren. Und das Feuer? Versucht zu schmelzen. Wasser verdampft... Und Feuer...liegt am Ende selbst auf Eis. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen