Generation X




Was macht unsere Generation aus? Sorglosigkeit teilweise, so sagt man. Unbedachtheit. Manchmal das Leben leben und nehmen, was und wie es kommt. Manchmal aber abdriften in uns selbst übersteigende Sphären – nicht ohne gewollte Selbstüberzeugung und –überschätzung. Sind „wir“ uns dieser aber dennoch stets bewusst!

Wie schon die Bohème es tat, feiern wir uns, trinken und rauchen zu viel, diskutieren, sehen uns als elitär und als die Zukunft ... Sind also Teil dessen, was pulsierend und kraftstrotzend durch unsere Adern fließt, das man gemeinhin „Jugend“ nennt. Alles kann, nichts muss. Doch wenn wir wollen, erreichen wir alles, auch wenn wir die Seminararbeit aufschieben bis zum Gehtnichtmehr. Was zeichnet uns aus? Die Korrelation aus laissez-faire und Zielstrebigkeit, die letztlich doch zum Erreichen selbstdefinierter Ziele führt? Das gefährliche Halbwissen von dem was wir meinen, das Leben ist? Macht eine Pastiche aus intertextuellen Bezügen von Film, Musik und Freud pointiert schon Gemeinschaftsgefühl? Oder ist es vielmehr das zufällige Zusammentreffen von Wein, Chat und ähnlich hinter sich gebrachten Erfahrungen?

Auf der Suche nach dem, was „wir“ sind,  was uns ausmacht und verbindet, auf der Suche nach Selbstdefinition und vermeintlichem Sich-gefunden-haben, was ist der kleinste gemeinsame Nenner? Vielleicht ein Apple-Produkt, eine aus Spiegel-Artikeln gewonnene politische Weltanschauung, der ständig inszenierte eigene Auftritt? Generation Praktikum, Generation Facebook, Neo-Bohème, Selbstreferentialität? Das ständige Grenzen ausloten, sie überschreiten, betrunkene Zugeständnisse, zu sich Stehen aber manchmal nicht zu seinem Wort oder besagter grenzüberschreitender Handlung? Das Bedürfnis nach Selbstvergewisserung und sich Mitteilen? Das Tragen seiner Persönlichkeit nach Außen hin im Gedanken, ihre Besonderheit wird wahrgenommen?

Die Frage all dieser Fragen jedoch ist: fühlen wir uns nur so, oder sind wir besonders?
Wenn wir suchen nach einem Begriff, der unser Lebensgefühl bezeichnet, werden wir diesen vermutlich finden, wenn, richtig: wir alt sind. Zurückblicken auf unser eigenes „goldenes Zeitalter“ und wehmütig sagen müssen „damals, als ich noch jung war...“

Und mit Rotwein in der Hand begann zu philosophieren, ob ich nun Teil einer neuen Bewegung bin. Denn was abseits von Schubladen oder Definitionen bleibt, ist ein Gefühl – des Sturm und Drangs, der Selbstverwirklichung, Herzklopfen. Wir sind der singende und tanzende Abschaum der Menschheit. Und Jugend... ist nach all dem doch immer das gleiche Prinzip. Egal zu welcher Epoche.

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