Kleine wahre Lügen

„Kleine wahre Lügen“ ist ein Film über Freundschaft. Die besondere, Jahre überdauernde Art von Freundschaft aber, bei der man manchmal gar nicht mehr weiß, wie man eigentlich zueinander steht. Dann wiederum gibt es Momente, in denen man sich sogar ein klein wenig zu viel mag,  man sieht sich trunken in die Augen und – verliebt sich in seinen besten Freund, wie es  Vincent im Film geschieht.

Der Film lebt von jenen Augenblicken, die tiefe Freundschaft ausmachen: Man lacht zusammen, betrinkt sich, kotzt, streitet, nimmt sich wieder in den Arm. Blickt sich stillschweigend an und weiß um den Schmerz des Anderen, versteht vielleicht noch besser als der Freund selbst. Man akzeptiert Schwächen und Makel der Freunde, sieht darüber lächelnd hinweg, selbst wenn sie neurotische Anfälle haben und zu weit gehen (und in Jackscher Shining-Manier Wände einschlagen, um Mardern nachzujagen). Man kennt sich und seine Launen, es ist okay. Ebenso die „kleinen wahren Lügen“, die im Raum stehen, von denen jeder weiß, über die aber keiner spricht. Wenn Großzügigkeit zu Egobekräftigung wird, Liebeskummer manisch, oder Alkohol und Drogen zum Füllen von Lücken dienen.

Und dann gibt es Zeiten, in denen man sich sogar abwenden muss, weil man den Schmerz nicht mittragen kann und auf die Stärke des anderen vertraut. Es sollte jedoch nie zu spät sein, wieder zurück an seine Seite zu kehren um beizustehen.

Wenn ein Film es schafft, all diese Facetten zu vereinen und zu zeigen, was Freundschaft ist, was sie sein sollte, und was nicht, dann kann er sein wie dieser: schlicht, ergreifend, gut.




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