Ich reise allein


... und in meinen Koffer packe ich ein Quäntchen About a boy, auch ein wenig  Juno – und dementsprechend vor allen Dingen eine Menge Sarkasmus der feinsten und trockensten Art.

© Neue Visionen Filmverleih
Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit. Was passiert, wenn ein ziemlich oft betrunkener Student und seine siebenjährige Tochter, von der er bis dato nichts wusste,  für eine Woche zusammentreffen? Ziemlich gute Dialoge, sollte man meinen – und im Fall von Ich reise allein eine etwas andere Coming of Age – Geschichte, erzählt mit viel Witz und Herz.

Nun könnte man ansetzen mit Zufallstheorien, Soziologie, bestimmt auch mit Freud oder Kant. Wäre man durch den Film, und die selbstreflexive Methodik bleibt leider nie aus, nicht auf ironische Weise daran erinnert worden, dass nicht immer alles philosophisch kontextualisiert werden muss. Der Film selbst greift dieses auf – und das ist ja das schöne an Doppelcodierung – man muss nicht wissen, wer Derrida ist, um über kleine Seitenhiebe an vergeistigte, aber ebenso weltfremde Studenten lachen zu können.

Und letztlich geht es dann eigentlich doch um Zufall-Determinismus und darum, wie schnell sich Dinge ändern können, wie etwas aus der Vergangenheit in die Gegenwart treten kann und vielleicht auch dazu bestimmt ist zu bleiben. Womit wir wieder bei dem Motiv wären, das in About a boy schon aufgegriffen wurde: Kein Mensch ist eine Insel.  Ein Schild mit der Aufschrift „Ich reise allein“ hängt um Charlotte-Isabels Hals, als sie am Flughafen ankommt. „Reisen wir nicht alle alleine?“ wirft ein Freund von Neuland-Papa Jarle ein ... und der Film selbst vermag, darauf Antwort zu geben.

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