STROKE.ARTFAIR- Kunst für das 21. Jahrhundert. Part I


Was heute unter der Bezeichnung „Urbane Kunst“ läuft, fand seinen Ursprung ca. vor 30 Jahren in einer Untergrundbewegung, auf den Straßen, um nicht zu sagen im Milieu. Diese noch frische Kunstströmung setzt sich zusammen aus Einflüssen des Graffiti, Low-Brow, der Illustration, des Grafik-Designs und der Comic-Kunst. Künstler nutzten dabei ihr urbanes Umfeld als Inspiration und heraus kamen bunte, aber auch politisch konnotierte und innovative Formen von Kunst. Der wohl populärste Vertreter der Bewegung ist Banksy, der als Guerillakünstler seine politischen Statements, oftmals anhand abgeänderter bekannter Motive, sprüht und vor allem bekannt wurde, indem er seine Werke ungefragt in Museen hing. Heute sind Werke dieser Art in Museen nichts ungewöhnliches mehr, urbane Kunst hat es aus der Subkultur heraus in den Mainstream, ins Museum und in Galerien, kurz: in den Blickpunkt der allgemeinen Öffentlichkeit geschafft.
Der Wermutstropfen dabei ist: es ist nicht mehr zu unterscheiden zwischen – ganz Ghetto - „realer“ Kunst und solcher die es gerne wäre. Die meisten Künstler arbeiten nun in Galerien, von Kunst der Straße kann zum großen Teil nicht mehr gesprochen werden. Hier kommt ein Konflikt zu tragen, der unter Musikfans (analog zur Kunst: Das Beispiel Hip Hop) nur allzu bekannt ist: kann etwas, das einmal Untergrund war und nun an der Oberfläche dümpelt, das immer mehr „oberflächliche Nachahmer“ findet, und sicherlich kommerzbehaftet ist, immer noch als Teil der selben anfänglichen Bewegung gesehen werden, als l’art pour l’art? Oder ist es zum jetzigen Zeitpunkt schon wieder soweit, tiefer an Wurzeln gehen zu müssen um zu sehen was abseits des neuen Mainstreams passiert? Dies sind sicherlich Fragen, die sich bei jeder neu aufkommenden Kunstrichtung stellen, Fakt ist: Mainstream und Untergrund bedingen einander, ohne diesen ständigen fluktuierenden hermeneutischen Zirkel gäbe es schließlich keine Weiterentwicklung mehr.
Anyway, wir als ein kunstinteressiertes Publikum schlagen letztendlich Profit daraus: Urbane Kunst ist leichter zugänglich und jeder der sich dafür interessiert kann sie sehen! Und die Etablierung der Street Art, des Graffitis, etc. in die Mainstream-Kunst plus das steigende Interesse auf Publikumsseite machte es erst möglich, die STROKE.ARTFAIR ins Leben zu rufen, die nun zum zweiten Mal in München stattfindet. Dieses Jahr wartet die Kunstmesse für Kunst des 21. Jahrhunderts nicht nur mit neuer Location (Zenithhalle), sondern auch mit neuen Programmpunkten auf: es gibt einen Soundtrack begleitend zur Stroke,  der sich zusammensetzt aus einer von den Künstlern getroffenen Auswahl der Musik von Project:Mooncircle. Zusätzlich ließen sich Künstler von der Musik inspirieren, das sich daraus ergebene Zusammenspiel von Kunst und Musik können die Messebesucher via Headphones direkt vor den Werken auf sich wirken lassen.
Ein weiterer neuer Punkt ist ein öffentliches Künstleratelier, das STROKE.STUDIO, in Kooperation mit G-Shock, das dem Besucher Workshops und Vorträge, aber auch die Möglichkeit Materialien etc. in Augenschein zu nehmen, offeriert. Ein besonderer Blickfang sind aber ohne Frage Live-Performances der Künstler. So kann man zum Beispiel, parallel zur STROKE.DIGITAL, der Sonderausstellung für digitale Kunst, am Bildschirm mitverfolgen, wie Bilder dieser neuen Kunstform mit Hilfe von Photoshop und einem „Graphic Tablet“ entstehen. 

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