| Bild: www.filmfest-muenchen.de |
Eine
Kirchturmuhr mit sechs Uhren, derer jede eine andere Zeit anzeigt – man sagt,
der Teufel wohne ihr inne – ist der mystische Mittelpunkt einer kleinen
Ortschaft, in der nicht nur nicht sicher ist, wie spät es denn nun sei, nein,
die Zeit scheint still zu stehen, während sich die Ereignisse für
Horrorbuchautor Hall Baltimore überschlagen. In der Rolle der untersetzte Val
Kilmer, auf der Mission sein neues Buch zu promoten findet er eine Story,
Vampirismus, Serienmord.
Francis
Ford Coppola inszeniert – endlich wieder! – zwar keinen Epos wie in früheren
Tagen, jedoch eine Gothic-Novel in der Tradition Poes, der auch selbst
auftreten darf. In Träumen und im Rausch, niedergestreckt, begibt sich Hall auf
die Spur der geheimnisvollen Schauergeschichte. Es Verweben sich Inspiration
und Story, Binnenmärchen und Plot, „And it will have a twisted ending!“
verspricht er seinem Verleger – der Film hält das Versprechen ein.
Visuell
konteragieren die halluzinogenen Nachtsequenzen mit denen bei Tag – wobei erstere
in 3D gedreht wurden, dem Publikum jedoch ohne Brille gereicht werden. Dennoch
wirken sie plastisch und unwirklich, schwarzweiß, ein Hauch von Neo-Noir und
möglicherweise ein leises Statement einer gealterten Regiegröße: Ich kann das
auch! Aber zu sehen bekommt ihr es nur zur Hälfte.
Coppola
selbst soll gesagt haben, er begann seine Karriere wie ein alter Meister und
nun wolle er sie zu Ende bringen wie ein Jungregisseur, was ihm gelingt: Das
Ergebnis ist eine unterhaltsame Mischung aus Adaptation und Sin City, kein
Meisterwerk, aber kurzweilig.
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