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Vier
Schauspieler – Christoph Waltz, Kate Winslet, Jodie Foster, John C. Reilly,
eine Wohnung, oder sagen wir, Bühne (nach dem Stück von Yasmina Rezas) – können
auch mal reichen. Kein 3D, kein übertriebenes Setting, kein überflüssiger
Schnickschnack, kein „Wischi-Waschi“: die Dialoge und Schauspieler müssen
genügen.
Und
wie sie das tun. Zwei Oppositionen, high-class-work-fidelity und
Mittelklassen-Durchschnitts-Kunstliebhaber-Bürger, die aufeinandertreffen, um
sich auszusprechen, da Sohn der Ersteren dem Sohn der Zweiteren die
Schneidezähne, bewaffnet, nein sagen wir, bestückt, mit einem Ast,
ausgeschlagen hat. Entschuldigungen, Versicherungen, und die Sache ist vom
Tisch, so sollte man meinen. Auf den Tisch kommt im Verlaufe des eigentlichen
Schlichtungsversuchs aber die ein oder andere Sache mehr.
Denn
anstatt zu schlichten, verrennen sich beide Paare, gleichwohl wie der Zuschauer
hineingezogen wird, immer mehr in einen Strudel von Unterstellungen,
Schuldzuweisungen, Vorurteilen, irgendwann auch Alkohol. Jedoch verliert der
Film, (oder: das Stück, das Kammerspiel - denn sein Ursprung lässt sich auch
mit filmischer Umsetzung, Kameraführung und Schnitt, nicht leugnen) trotz
konfliktgeladener Dialektik an keiner Stelle seinen Humor. Höchst pointiert und
auf den Punkt gebracht bleibt dem Zuschauer nichts anderes, als der Farce zu
folgen.
Eine
Farce, die nur durch das Schauspiel getragen werden kann und wird. Waltz, grandios,
wie man ihn kennt, stellt sein über allem stehendes Lächeln zur Schau, wenn er
nicht gerade das Gespräch für ein Telefonat unterbrechen muss und lässig am
nächstgelegenen Mobiliar lehnt. Reilly, das Gesicht, das man meint von
irgendwoher zu kennen, aber man weiß nicht mehr aus welchem Film ... mutiert
von zuvorkommendem Gastgeber zum selbsternannten Choleriker. Winslet
dekonstruiert ihr gestrigeltes Stewardess-look-a-like-Auftreten herrlich bis
hin zum betrunken säuselnden. Und die Foster bricht endlich mal aus – selten stand
einer Schauspielerin Altern so gut.
Jeder
der vier Protagonisten ist mal Gewinner, mal am Boden liegender Verlierer.
Opfer seiner Ehe, seines Lebenswandels, seiner eigenen Einstellung. Reihum
verbünden sich zuerst die Partner, dann switcht es wieder ... und der Zuschauer
mit. Es erfolgt im Laufe des Films eine Identifikation mit jedem einzelnen
Charakter – Empathie und Antipathie gleichermaßen. Bei einer solchen
Konstellation kann es letztlich keinen Gewinner oder Verlierer geben. Am Ende
gewinnt – der Kinogänger selbst.
Durchaus erfrischend zu sehen, dass es noch unterhaltsame Filme gibt, die imstande sind, einen aufgrund ihrer Dialoge und den dazugehörigen Charakteren in den Bann zu ziehen, und nicht aufgrund dramatischer, überzogener Musik und Special Effects.
AntwortenLöschenIm Nachhinein musste ich ein wenig schmunzeln, dass ich soeben 80 Minütiges "Gezoffe" von Eltern verfolgt hatte, ohne eine Minute der Langeweile.