Wirft man ein bisschen von „Jumper“, „Wanted“ und vielleicht eine kleine Prise „Matrix“ (den kitschigen Part) in einen Topf, rührt einmal um und schmeißt noch Matt Damon hinein, dann erhält man: richtig, einen mittelmäßigen Film in dem es irgendwie um Schicksal geht, um Vorbestimmung und Liebe. Wobei die Fragen die „Der Plan“ aufwirft und versucht zu reflektieren, die von der uralten und essentiellen Sorte sind. Sind das Leben und der Partner mit dem wir (bestenfalls) den Rest dessen verbringen in irgendeiner Weise vorherbestimmt? Folgen wir einem Plan, ist das Ende am Anfang schon festgelegt? Wie steht es mit Zufall, Schicksal, Selbstbestimmung, freiem Willen?
Im Film lernt der Protagonist zufällig (oder doch schicksalsgelenkt?) seine Traumfrau auf einer Männertoilette kennen und sie übt von Anfang an eine große Faszination auf ihn aus. Doch das Wiedersehen mit ihr wird ständig von huttragenden Männern vereitelt, die, wie sich herausstellt, Kontrolleure eines über allem stehenden Plans sind. Laut diesem Plan des, wie er genannt wird, „Chairmans“, wohl Gott, waren David und Elise einst füreinander bestimmt, doch der Plan wurde geändert. Für die beiden bedeutet das, dass sie, so sehr sie auch wollen, nicht zusammen kommen dürfen. Andernfalls würde die Zukunft der beiden ruiniert und alle Ziele wären dahin. Und David könnte nicht mehr Präsident werden. Der Clou an der Sache: würde er sie bekommen, wäre sein Leben so ausgefüllt, dass diese Ziele und Träume überfällig würden - blöd für „den Plan“ – denn, klar, David könnte vieles bewegen.
Der interessante Gedanke dabei ist, inwieweit die Menschen, die wir in unser Leben lassen, tatsächlich unser Sein und Werden beeinflussen. Dass man automatisch beginnt, Kompromisse einzugehen, wenn man in einer frischen Partnerschaft steckt, ist jedem bekannt. Man nimmt sich weniger Zeit für Freunde, Familie und Hobbys, um an der Zweisamkeit zu arbeiten und diese zu genießen. Das muss doch aber nicht heißen, dass man, wenn man nun meint den Traumprinz oder die Prinzessin gefunden zu haben, auf bauschigen Wolken hüpft und erfüllt ist, sich nicht weiter selbst verwirklichen kann. Obama wäre sonst sicher nicht Präsident geworden. Im Umkehrschluss hieße das ja auch, dass man in Sachen Selbsterfüllung bessere Chancen hat, wenn man niemanden an seiner Seite hat. Natürlich hat jeder Phasen, in denen er sich auf sich selbst konzentriert, sich profiliert, definiert – und nicht zwingend Unterstützung dazu braucht. Wenn es aber doch mal funkt und passt, sollte das auch weiterhin kein Problem sein. Denn Liebe bedeutet zwar Kompromissbereitschaft – was aber ebenso heißt, Akzeptanz. Und sicherlich nicht Selbstaufgabe oder -aufopferung. Denn man möchte sein Gegenüber letztendlich beibehalten, wie man es am kennengelernt hat, egal wie beschäftigt oder erfolgreich es ist und sein Eigenleben führt.
Warum aber, stellt sich dann die Frage, wird der Plan für David und Elise überhaupt geändert? Davon abgesehen, dass der Film sich allein aus diesem Konflikt nährt? Und die Antwort kommt zum Schluss: Alles war ein Test. Weil Liebe nämlich alles überwindet. Der „Chairman“ ist inspiriert, der Zuschauer wohl eher weniger. Zumal ihm auch noch unterschwellig der Vorwurf gemacht wird, jeden Tag nach vorgegebenen Wegen zu leben, und: es könne ja aber passieren dass man seinen freien Willen findet und den Plan neu schreibt. Aber sollten wir das nicht jeden Tag versuchen? Ob nun vorbestimmt oder nicht?
Dass ein Film solche Urfragen übernimmt, um daraus eine Liebesgeschichte zu konstruieren, ist nun beileibe nichts Neues. Und im Ansatz funktioniert das auch. Aber wer die Tragik oder Emotionalität oder Spiritualität ähnlicher Filme wie „Stadt der Engel“ oder eben auch „Matrix“ erwartet, ist hier leider fehl am Platz.

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